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Heißgelagertes ESG

Die Lage

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Fördermitglieder, liebe Hersteller,

 

aus aktuellem Anlass möchten wir Ihnen noch einmal den Fachartikel von BF und GGF ans Herz legen:

 

Im Moment kursieren Stellungnahmen und Kundenschreiben von ESG-Herstellern, in denen es


a) unterschiedliche Aussagen zum Thema Haltezeit gibt und in denen


b) zum Teil viel Mühe darauf verwendet wird, zu erklären, warum man die bauaufsichtlichen Anforderungen auch durch einen Fremdüberwachungsvertrag erfüllen kann, ohne das RAL-Gütezeichen ESG-HF zu führen.

 

Zu a) sagt unser Fachartikel:
Die Güte- und Prüfbestimmungen der GGF verweisen hierzu auf die jeweils gültige Fassung der EN 14179-1. Die Norm gibt die Haltezeit mit 2 Stunden an. In der neuesten Fassung der EN 14179-1:2016-12, die jedoch bauaufsichtlich noch nicht eingeführt ist, steht dazu der Begriff „Mindestdauer“, in der derzeit bauaufsichtlich noch gültigen Fassung 2005-09 heißt es hingegen lediglich: „Die Dauer der Haltephase beträgt 2 h“.

 

Es existieren sowohl deutsche allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen als auch europäische ETAs, die eine vierstündige Haltezeit verlangen.

 

Im Moment wird daher auch von Seiten der Gütegemeinschaft Flachglas dazu geraten, weiterhin wie unter den früheren Vorgaben der Bauregelliste mit 4 Stunden Haltezeit zu produzieren und das durch die Fremdüberwachung entsprechend zu dokumentieren, insofern also „mehr zu tun“ als die Norm verlangt. BF und GGF setzen sich dafür ein, dass in Zukunft klargestellt wird, dass die 2 Stunden Haltezeit nach Norm ausreichen.

 

Auf diese Empfehlung und diese weitere Vorgehensweise hatten sich Güteausschuss ESG-HF und Vorstand der GGF geeinigt.


Zu b): Die Feststellung, dass man das RAL-Gütezeichen ESG-HF nicht führen muss, ist natürlich zutreffend.

Den Herstellern von heißgelagertem ESG unter Ihnen möchte ich aber ganz persönlich sagen: Die GGF ist ja kein Drittanbieter, der sich ein neues Zertifizierungssystem ausgedacht hat, das Ihnen bloß Arbeit macht und mit dem er Ihnen Geld aus der Tasche ziehen will. Das RAL-Gütezeichen ESG-HF ist vielmehr der sichtbare Ausdruck des gemeinsamen Bemühens der Branche um eine Lösung dafür, wie man das Produkt auch nach dem Ende der Bauregelliste noch sicher verwenden darf. BF und GGF sind Vereine, in denen die Branche dieses System selbst kreiert hat. Wir waren auch von Seiten der Bauaufsicht gefragt worden, was denn die Lösung der Branche an dieser Stelle ist, und das Gütezeichen ist unsere Antwort.

 

Es signalisiert auch einen eindeutig definierten Umfang der Fremdüberwachung, den jeder in unseren Güte- und Prüfbestimmungen nachlesen kann. Der genaue Umfang der Fremdüberwachung ohne das RAL-Gütezeichen würde sich dem Kunden dagegen nur aus dem Vertrag des Herstellers mit dem jeweiligen Institut erschließen und weicht im Einzelnen durchaus ab.

 

Beurteilen Sie bitte selbst, ob es zum positiven Erscheinungsbild der Branche beiträgt, wenn jetzt jeder Hersteller andere Signale zum Umgang mit dem Thema sendet (und dabei übrigens auch jeder eigene neue Bezeichnungen für das Produkt kreiert). Ist das noch Differenzierung vom Wettbewerb oder schon eher Verwirrung des Kunden?

 

Aktuell haben wir zehn Herstellbetriebe, die das RAL-Gütezeichen ESG-HF angefragt haben bzw. schon tragen – da ist noch Luft nach oben. Vielleicht denken die anderen ja doch auch noch einmal darüber nach, ob ihre Ertragslage es nicht erlaubt, die Kosten von derzeit EUR 1.916,00 pro Jahr für das Führen des RAL-Gütezeichens zu tragen – eine Fremdüberwachung brauchen Sie ja so oder so.

 

Bleiben Sie uns gewogen!

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Jochen Grönegräs

 

Der Artikel wurde am 5. Februar 2021 als Sonder-Newsletter an die BF/ GGF-Mitglieder versandt.