Michael Elstner
„Güte im Fokus – 5 Fragen an …“
Ein starkes Gütezeichen lebt nicht nur von klaren Kriterien und verlässlichen Prüfungen – sondern vor allem von den Menschen, die Verantwortung dafür übernehmen. In der Gütegemeinschaft Flachglas engagieren sich Persönlichkeiten aus der Branche, die sich mit Fachwissen, Erfahrung und persönlicher Überzeugung für Qualität im Flachglas einsetzen.
Der Vorstand der Gütegemeinschaft gestaltet diese Arbeit aktiv mit: Er begleitet die Weiterentwicklung der Güte- und Prüfbestimmungen, greift aktuelle Branchenthemen auf und steht für den Anspruch, Qualität dauerhaft nachvollziehbar und praxisnah zu sichern.
Mit der neuen Interviewreihe „Güte im Fokus – 5 Fragen an …“ stellen wir diese Persönlichkeiten vor. Zum Auftakt sprechen wir mit Michael Elstner, Produktmanager für Glas & Baustoffe beim ift Rosenheim und seit der diesjährigen Mitgliederversammlung Vorsitzender der Gütegemeinschaft Flachglas.
Wer sind Sie und was machen Sie beruflich?
Mein Name ist Michael Elstner und ich bin Produktmanager für Glas und Baustoffe am ift Rosenheim. In dieser Funktion beschäftige ich mich mit der Bewertung, Prüfung und Weiterentwicklung von Glasprodukten sowie anderen Baustoffen, zum Beispiel Dichtungen, Klebstoffe, Dichtprofile und Verbundprofile, im baupraktischen Kontext. Darüber hinaus bin ich für das ift Rosenheim in Verbänden und Normungsausschüssen sowie als Fachautor und Referent tätig.
Es geht dabei nicht nur um technische Fragestellungen, sondern auch um die Einordnung in Normung, Regulierung und die praktische Umsetzung in der Branche.
Warum engagieren Sie sich im Vorstand der Gütegemeinschaft Flachglas?
Ich engagiere mich dort, weil sie eine zentrale Rolle dabei spielt, Vertrauen in die Qualität unserer Produkte zu schaffen – sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Anwendern.
Gerade im Bereich Glas, wo viele Eigenschaften für den Endkunden nicht direkt sichtbar sind, ist es entscheidend, dass Qualität auf nachvollziehbaren und fachlich fundierten Grundlagen basiert. Die Gütegemeinschaft schafft hier einen verlässlichen Rahmen. Diesen aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln, halte ich für eine wichtige Aufgabe.
Was bedeutet für Sie „Qualität im Flachglas“ konkret?
Qualität bedeutet für mich, in aller Kürze dauerhaft Glasprodukte, die funktionsfähig, sicher, leistungsfähig und bauordnungsrechtlich konform sind.
Darüber hinaus geht es aber auch um Verlässlichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Gerade bei einem Produkt mit langen Nutzungsdauern ist es entscheidend, dass die zugesicherten Eigenschaften nicht nur zum Zeitpunkt der Herstellung, sondern über viele Jahre hinweg eingehalten werden.
Einheitliche Standards und klar definierte Prüf- und Bewertungsgrundlagen sind dafür unverzichtbar – und genau hier leistet die Gütegemeinschaft einen wichtigen Beitrag.
Welche Themen bewegen Sie aktuell in Ihrer Arbeit in der GGF?
Aktuell beschäftigen uns mehrere zentrale Themen. Dazu gehört insbesondere die Komponentenüberwachung im Bereich Mehrscheiben-Isolierglas, die für eine durchgängige Qualitätssicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zukünftigen Entwicklung der Produktnormung in Europa, insbesondere im Kontext der neuen Bauproduktverordnung. Hier geht es darum, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln und gleichzeitig die Interessen der Branche angemessen zu berücksichtigen.
Darüber hinaus gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung – etwa durch Fragestellungen rund um Kreislaufwirtschaft und Re-Use von Glas. Hier sehen wir noch erhebliches Potenzial, das technisch, normativ und organisatorisch weiter erschlossen werden muss.
Ein wichtiges Handlungsfeld ist zudem der Ausbau von Service- und Weiterbildungsangeboten für unsere Mitglieder, insbesondere zur Qualifizierung von Fachpersonal im Bereich Qualitätssicherung.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Branche?
Dass sich der Markt und die Randbedingungen wieder verbessern und neben der sehr guten Produktqualität auch wieder die Nachfrage nach hochwertigen und dauerhaften Produkten zunimmt.
Gleichzeitig halte ich es für wichtig, dass Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung noch konsequenter in der Branche verankert werden. Glas bietet hier große Chancen – etwa durch seine Langlebigkeit, seine technischen Eigenschaften und die Perspektiven im Bereich Wiederverwendung.
Entscheidend wird sein, diese Potenziale gemeinsam weiterzuentwickeln und in die Praxis zu bringen – mit einem klaren Fokus auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit.
Vielen Dank für das Interview, Herr Elstner.

